Offener Brief an Herrn Dr. Götz

Offener Brief an das Land Niedersachsen und Herrn Dr. Götz geschrieben als Vorbereitung zur Bürgerversammlung im Amt Neuhaus.

Sehr geehrter Herr Dr. Götz,
diesen Brief werde ich versuchen am Dienstag in der Einwohnerversammlung im Amt Neuhaus zu verlesen. Ich hoffe Sie berücksichtigen genügend Redezeit für die Bürger des Amtes Neuhaus insbesondere für die Einwohner aus Sumte. Sollte dieses nicht möglich sein, erwarte ich auf meine Fragen hier konkrete und vor allem ehrliche Antworten.

Mein Name ist Dirk Hammer und meine Familie lebt nachweislich mindestens seit 1674 auf der Hofstelle in Sumte so wie auch viele andere Familien hier in Sumte. Bevor ich jetzt hier weiter spreche, erwarte ich das ich hier und heute ausreden darf! Mir wurde in der letzten Woche schon von Kommunalpolitiken das Wort verboten.

Da man in der momentanen Situation mit seinen Äußerungen schnell dem rechten Spektrum zugeordnet wird, möchte ich kurz zur Einleitung etwas zu meiner Person sagen.
Also wie ich schon sagte, mein Name ist Dirk Hammer ich bin 45 Jahre jung und KFZ Meister von Beruf ich habe einige Jahre im mittleren Management in der Automobilbranche gearbeitet, ich habe bis zu 250 Mitarbeiter als Vorgesetzter geführt und 30 Millionen Umsatz verantwortet. Ich habe mich dann aus persönlichen Gründen für eine Selbständigkeit in Sumte entschieden und betreibe jetzt einen Laden für Therapie und Liegeräder.

Seit dem ich selbstständig bin unterstütze ich Menschen am Rande der Gesellschaft Behinderte, Immigranten, Flüchtlinge. Ich unterstütze seit 2010 die Platte lebt ev in Schwerin mit Sachspenden (Liegeräder und gebrauchten Fahrrädern), ich habe 2012 einen syrischen Studenten bei seiner Informationstour zum Syrienkrieg gesponsert und ich habe unzählige Aktionen für behinderte Kinder in Deutschland gesponsert wie zum Beispiel zwei Therapieräder in der Scheel Schule Rostock. Um nur einige zu nennen, weiteres können Sie über mich im Internet finden.
Ich bin 25 Jahre Stammwähler der CDU!

Jetzt zur eigentlichen Sache! Ich bin nicht grundsätzlich gegen ein Aufnahmelager in Sumte! Doch die Größe und das Verhalten von Land-, Kreis- und Kommunalpolitik ist aus meiner Sicht das Verhalten einer gemäßigten Diktatur.

Wir haben diese Vertreter zwar gewählt aber ein Mitspracherecht bei der Gestaltung unserer Zukunft und unser Heimat haben wir damit nicht. Die Entscheidung für das Aufnahme Lager ist kein Einzel Beispiel für meine Theorie der gemäßigten Diktatur, jüngstes Beispiel für unsere Gemeinde ist die Volksumfrage zur Elbbrücke die Mehrheit ist dafür und der Kreistag beschließt das Aus. Die Meinung und die Stimme des Volkes hat in diesem angeblich so demokratischen Land nur noch ein geringes Gewicht. Wir werden als Volk nur vor vollendete Tatsachen gestellt und nicht in solch weitreichende Prozesse integriert. Gebe dem Pöbel Arbeit ein Heim und etwas Wohlstand und er wird schon ruhig bleiben. Mit diesem Verhalten und mit diesem Handeln bereiten Sie als unsere Volksvertreter den Nährboden für die rechte Gesinnung.

Sumte ist ein kleines Dorf und mit 1000 Flüchtlingen völlig überfordert.

Jetzt zu meinen Fragen
1. Haben Sie bei Ihrer Planung die geschichtlichen Hintergründe dieses Teil von Niedersachsen bei Ihrer Planung berücksichtigt?

Wie: Enteignung! Die englischen Besatzungsmächte haben uns als ein Teil von Niedersachsen 45 an Die Russen verschachert damit einher gingen Vertreibungen, Enteignungen und Zwangsausiedlungen bekannt als „Aktion Ungeziefer“ in unserer Gemeinde einher. Sperr- und Grenzgebiet der DDR-Diktatur und damit wieder Einschränkungen und Verzicht auf Selbstbestimmung über Eigentum und Heimat. Nach der Wende das Unesco-Biosphärenreservat Dieses kam für viele Bürger einer Enteignung gleich, wieder Einschränkungen im Umgang mit dem Eigentum und der Bewegungsfreiheit in der eigenen Heimat.

Wie wollen Sie die Sicherheit für das Lager und die Bürger nach innen und außen ausreichend gewährleisten. Polizei, medizinische Versorgung.

Wie wollen Sie sicherstellen das unsere Lebensgrundlagen nicht zerstört werden Natur und Tourismus.

Hier einmal ein paar Zitate aus dem Internet von Fremden:

„Das mit dem Tourismus wird sich wohl dann erledigt haben.“

„das projekt is wahnsinn. man kann sich ja mal mit Hilfe von google-earth die örtlichkeiten angucken.
da ist nichts und zwar gar nichts.“

„ich muss schon zugeben, dass ich in solch einer Situation weder dauerhaft leben noch meinen Urlaub verbringen wollte.“

„Da kann ich nur froh sein, dass ich nicht in diese kleinen Ort lebe. Mein Beileid“

„Nicht mal für Geld möchte ich in deren Haut stecken.“

Mein Geschäftsmodell basiert auf Natur Ruhe und Tourismus, wenn dieses aufgrund Ihrer Entscheidung zerstört ist, ist dann ein sogenannter Kolateralschaden es folgt eine kurze Entschuldigung von Ihnen und das wars? Oder helfen Sie mir dann auch eine neue Lebensgrundladen zu finden, in der ich dann auch leben möchte.

2. Wie stellen Sie die Versorgung der einheimischen Bevölkerung sicher. Ärztliche Versorgung, Abwasser Wasser und Strom

3. Wie stellen Sie eine Internetversorgung der Bevölkerung und er Unternehmer sicher. Wenn 1000 Flüchtlinge das LTE Netz benutzen bricht das Netz völlig zusammen.

4. Wie begegnen Sie der Vermüllung der Region. Werden genügend Mülleimer aufgestellt und dann auch entleert?

5. Wie weisen Sie die Flüchtlinge auf die Problematik Biosphäre und Naturschutz hin und den damit verbundenen Verhalten.

6. Wie gewährleisten sie eine Betreuung von uns Bürger, wie wird mit unseren Problemen und Sorgen umgegangen. Wird es auch für uns einen Anlaufpukt vom Land geben oder werden nur die Flüchtlinge betreut.

7. Wie wollen sie mit dem Wertverfall unserer Grundstücke und unser Eigentum umgehen. Hier in diese Region wird vorläufig keiner mehr freiwillig ziehen wollen. Wie wollen sie dem Wegzug der Bevölkerung begegnen der sich mit dieser Situation sicherlich noch verstärken wird. Oder ist es gewollt zum Wohle der Biosphäre das am Ende hier kein Mensch mehr in diese Region lebt.

8. Was werden Sie für das Tourismusmarketing machen damit die Touristen nicht ausbleiben.
9. Ist das Objekt in Sumte vom Land gekauft oder gemietet worden.
10. Was bedeutet für Sie befristet und wenn befristet können Sie uns eine verbindliche Zusage geben wann das Lager Sumte verkleinert wird!
Eine Frage dann noch an den Landrat, stimmt es das sie das Hotel Gülstorf als weitere Flüchtlingsunterkunft für den Landkreis planen. Wenn ja werden Sie diese Pläne nach den Tatsachen in Sumte stoppen oder lassen sich diese Pläne überhaupt noch stoppen.
Meiner Meinung nach müssen wir diesen Menschen helfen, doch die Politik muss mit Augenmaß und Weitblick handeln und nicht Kopflos.

Wir sind nicht gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Sumte doch die Art und Weise und die Menge an Flüchtlingen für unseren Ort ist vom Land Niedersachsen nicht hinnehmbar.

Mit freundlichen Grüßen Dirk Hammer