Rückblick auf die zweite Bürgerversammlung in der Neuhauser Sporthalle.

 

Die Veranstaltung fing für mich schon um 12:00 Uhr mittags an mit einem Medienauflauf auf meinem Hof. Ich war noch nicht einmal auf dem Hof und es warteten auf mich das Team vom NDR um Herrn Raabe, das Team von Reinhold Beckmann um Katja Heer und ein paar andere Medienvertreter wie der Fotograf der New York Times.

Herr Raabe vom NDR war etwas enttäuscht, da sich kein Sumter und auch kein Offizieller Vertreter fand, der vor der Bürgerversammlung ein Interview mit dem NDR führen wollte. Ich musste ihm erst einmal erklären, warum das im Moment so ist. Gründe hierfür finden sich darin, dass wir in den letzten zwei Wochen von den Medien förmlich überrannt worden sind und wir kaum noch Zeit für die normalen und wichtigen Dinge in unserem Alltag hatten. Herr Raabe hatte die Vermutung, das eventuell die Stimmung in Sumte gekippt sein könnte. Daher habe ich mich bereit erklärt, zusammen mit Volker Voß unserem stellvertretenden Ortsbrandmeister ihm Rede und Antwort zu stehen. Denn es wäre gefährlicher den Medien keine Rede und Antwort zu stehen und ein falsches Bild zu vermitteln.

Das Team von Herrn Reinhold Beckmann um Katja Heer hat mich am Anfang der Woche angesprochen, hier hat Herr Beckmann eventuell geplant, Sumte über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Es soll, eine Reportage werden die über das Leben in Sumte mit den Flüchtlingen berichtet und sich hier mit der Entwicklung des Dorfes auseinandersetzen soll, was verändert sich im Dorf. Also im Kern dieser Reportage wie verändert dieser starke Eingriff ein Dorf und seine Bewohner. Sollte es zu dieser Reportage kommen, wird das Team von Herrn Beckmann ca einmal die Woche Aufnahmen und Interviews machen unser tägliches Leben begleiten und dann längerfristig über Sumte berichten. Für dieses Projekt sucht das Team noch den einen oder anderen Protagonisten aus Sumte.

Über die große Teilnahme an der Bürgerversammlung gestern in der Sporthalle war ich und auch viele andere sehr überrascht, hatten wir doch mit einer weitaus geringeren Teilnehmerzahl bei dieser Veranstaltung gerechnet. Mein persönlicher Eindruck von der Veranstaltung war, es waren sehr viel weniger Emotionen als bei der ersten Versammlung im Spiel, die Diskussion war sehr sachlich und konstruktiv. Herr Dr. Götz war wieder sehr gut auf die Veranstaltung vorbereitet und es wurden in seiner Rede viele Fragen aus der Vergangenheit beantwortet, wobei nicht alle! Man hat allerdings das Gefühl das Land, Kreis und Gemeinde daran gelegen ist alle wirklich realistischen Wünsche/Forderungen der Sumter umzusetzen und das es zu einem echten Dialog zwischen Bürgern und Politik gekommen ist, ich hoffe dieser reißt auch in der Zukunft nicht ab.

Etwas hat mich dann doch noch enttäuscht! Anwesend war auch die Bundestagsabgeordnete Frau Hiltrud Lotze von der SPD. Warum diese Dame anwesend war, hat sich mir nicht wirklich erschlossen, weder hat sie das Wort ergriffen noch hat sie den Dialog zu uns Sumtern gesucht. Bei mir ist bei diesem Besuch der Eindruck entstanden das Frau Lotze nur die Medienpräsenz in Neuhaus für ihre Zwecke genutzt hat.
Ich denke, es wurde von den meisten Sumter vom Land, Kreis, Gemeinde und dem ASB getan das, der Betrieb der Einrichtung in Sumte reibungslos starten kann.

Jetzt liegt es an den Flüchtlingen, ob es weiterhin reibungslos und problemlos in unserem Dorf weitergeht.
Ich möchte allerdings auch nicht außer Acht lassen, dass es in Sumte nach wie vor unter Decke brodelt und das es auch Stimmen gibt, die nicht so tolerant mit dem Thema Flüchtlinge umgehen wie zum Beispiel ich oder viele Andere.

Ich kann diese Menschen verstehen und ihre Ängste und Wut auch nachvollziehen. Ich hoffe sie lassen sich im laufenden Betrieb der Einrichtung noch vom Gegenteil überzeugen und hoffe das ihre Befürchtungen und Ängste sich im Laufe der Zeit zerstreuen lassen.
Daher ist es für uns wichtig im Dorf weiter im Dialog zu bleiben, jeden von uns ernst zu nehmen und nicht jede Äußerung die in der emotionalen Hitze dem einen oder anderen über die Lippen kommt auf die Goldwaage zu legen.

Das Schlimmste wäre, wenn unsere Dorfgemeinschaft an verschieden Meinungen zerbricht und ein Riss durchs Dorf wie im Moment in Deutschland gehen würde. Diese Gefahr sehe ich im Moment nicht, da wir viel reden und das in einer konstruktiven Atmosphäre.

Wir haben also wirklich mit Sumte und dem Amt Neuhaus das Zeug zum Symbol, ich würde soweit gehen und sagen nach der Versammlung gestern, wir sind jetzt ein Symbol für Deutschland und die Welt.