Was tut Sumte für die Flüchtlinge?

Diese Frage wird von Medienvertreter in diesen Tage immer öfter gestellt. Oft bekommt man in den Artikeln oder Beiträgen den Eindruck, Sumte tut nicht genug.

Dazu möchte einmal etwas sagen, Sumte ist ein Ort und keine öffentliche Einrichtung, kein Integrationsamt oder eine Person. Sumte hat 102 Einwohner, 102 Ansichten und 102 Denkweisen 102 Menschen mit Gefühlen. Diese 102 Menschen müssen ihren Alltag bewältigen in einer Region mit einer miserablen Infrastruktur abgeschnitten vom eigenen Landkreis und vom Land Niedersachsen. Sumte liegt in einer Region, die seit jeher mit vielen Problemen zu kämpfen hatte und vielleicht bis heute nicht in der alten Heimat Niedersachsen angekommen ist.

Also was tut Sumte für die Flüchtlinge?!

Als Erstes und Wichtigstes, die Sumter teilen ihren kleinen Ort mit weit über 650 Flüchtlingen, ohne zu murren, ohne zu meckern, ohne großes Aufsehen zu machen. Selbst diejenigen, die sich nicht mit dieser Einrichtung und der Lage in Sumte oder Deutschland arrangieren können.

Sumte liefert ein ganz anderes Bild ab wie viele andere Orte in Deutschland, wo Unterkünfte angezündet werden, wo Flüchtlinge von Gewalt betroffen sind, wo massiv gegen solche Einrichtungen protestiert wird oder in denen Menschen jeden Montag auf die Straße gehen.

Es ist scheinbar einfach als Fremder und vielleicht Städter über einen Sumter zu urteiln, wo sind die Sumter als ehrenamtlicher Helfer in dieser Einrichtung, was wird von den Sumtern getan um diese Flüchtlinge zu integrieren?

Dazu möchte ich einmal den Alltag eines Sumters an einem Beispiel beschreiben. Der Tag beginnt bei vielen von uns um 4:30 – 5:00 Uhr spätestens um 6:00 Uhr muss man das Haus verlassen, um rechtzeitig bei seinem Arbeitsplatz einzutreffen, vor 18:00 – 19:00 Uhr sind viele dann erst von der Arbeit zurück in Sumte. Die meisten von uns Sumtern arbeiten nämlich in Hamburg, Lüneburg oder Schwerin, also Fahrzeit für den Arbeitsweg gesamt am Tag schnell mal 4 Stunden. Wenn ein Sumter wieder zuhause ist, wartet auf viele von uns ein riesen Grundstück oft mit einem alten niedersächsischen Bauerhaus drauf. Das bedeutet schnell mal 10000 Quadratmeter Grundstück, das gepflegt werden will. Die Dachfläche eines solchen Niedersachsenhaus übersteig schnell mal 700 Quadratmeter und Dachrinne die in diese Jahreszeit vom Laub gereinigt werden muss auch schnell mal 70m. Diesen Aufwand kann sich ein Städter kaum vorstellen, entweder lebt er in einer sagen wir einmal 90 Quadratmeterwohnung oder hat ein Grünstück, das nicht einmal die Größe der Dachfläche unserer Häuser hat. Welcher zeitliche Aufwand von uns betrieben werden, muss um diese Grundstücke und Häuser, die oft seit Jahrhunderten in Familienhand sind zu unterhalten, kann sich kein Mensch vorstellen, der nicht selbst davon betroffen ist. Ein Sumter muss schnell 15 bis 16 Stunden aufwenden um seinen Alltag zu bewältigen und er sich am Abend mit seiner Familie auf sein Sofa setzen kann, doch es gibt keinen Grund zu jammern den wir leben  gern in Sumte!!

Doch trotz dieser oft großen Belastungen gehen Sumter auch noch ehrenamtlich in der Einrichtung arbeiten, sammeln Spenden oder versuchen bei allen Situationen zu vermitteln.

In Sumte ist es ruhig, es gibt keine nennenswerten Probleme, also liebe Medienvertreter setzt Euch bitte mit dem Leben eines Sumters einmal auseinander und Ihr werdet feststellen, Sumte tut mehr als manch anderer Ort in Deutschland.